Fabeln
Gliederungsmerkmale einer Fabel
- Promythion (Vorwort): Ankündigung der Moral
- Expositio (Einführung): Vorstellung des Konflikts
- Actio/Reactio (Handlung/Reaktion): z.B. Wolf macht …, Lamm reagiert …
- Eventus (Resultat): z.B. Wolf frisst Lamm
- Epimythion (Nachwort): Moral, Lehre
Bei Promythion bzw. Epimythion wechselt das Geschehen von der Tierwelt in die Menschenwelt
Stilmittel
- Hyperbaton (Sperrung): 2 Wörter, die zusammengehören (z.B. ein Nomen und ein Adjektiv), werden durch ein oder mehrere andere Wörter getrennt
- Antithese: 2 Wörter/Begriffe/Satzteile/Sätze werden einander gegenübergestellt (Gegenbehauptung zu einer Ausgangsbehauptung)
- Alliteration: mehrere Wörter beginnen mit demselben Anfangsbuchstaben
Phaedrus
- gilt als Schöpfer des lateinischen Fabelbuchs
- es gibt nur Versuche einer Biographie, da es keine verlässlichen Dokumente zum Leben des Autors gibt
- wahrscheinlich lebte er im 1. Jh. n. Chr. in Rom
- erste eindeutige Rezeption erst 400 n. Chr.
- bei Forschungen über sein Leben wird meist nicht zwischen dem lyrischen Ich und dem Autor unterschieden!
- sämtliche Angaben zu Phadrus sind aus den Gedichten erschlossen (viele “Fakten” erweisen sich als literarische Motive, z.B. die Behauptung, er sei Freigelassener des Augustus gewesen)
- inspiriert von Musen/Göttern (wie auch bei anderen berühmten Dichtern)
- Musen und otium (freie Zeit (für offenen Geist)) sich Grundvoraussetzungen fürs Dichten
- war höchst gebildet
- verübt schonungslose Moralkritik (Stimme des kleinen Mannes, der sich gegen die Mächtigen auflehnt)
- er wünscht sich kein ungebildetes Publikum, sondern gebildete Leser, die seine Anspielungen verstehen
- wir wissen nicht, wer sich hinter dem Namen Phaedrus verbirgt
- bei der Rekonstruktion einer antiken Dichterbiographie muss man vorsichtig sein