Einen lyrischen Text analysieren

Analysieren der Form/Sprache

Sprachliche Gestaltung

Wortwahl

Wortarten
  • Nomen
  • Verben
  • Adjektive
  • Pronomen
Stil
  • einfache Sprache
  • gehobene Sprache
  • emotional
  • aufzählend

Satzbau

  • Ellipse: unvollständige Sätze, die dennoch verständlich sind (z.B. “Je früher, desto besser.”)
  • Parataxe: Hauptsätze werden aneinandergereiht (z.B. “Er kam, sah und siegte.”)
  • Hypotaxe: Haupt- und Nebensätze werden miteinander verbunden (z.B. “Nachdem er gekommen war, sah er sich um, bevor er schließlich siegte.”)
  • Ausrufe: Sätze, die mit einem Ausrufezeichen enden und starke Emotionen ausdrücken (z.B. “Wie schön ist das Leben!”)
  • Fragesatze: Sätze, die mit einem Fragezeichen enden und eine Frage ausdrücken (z.B. “Warum ist die Welt so ungerecht?”)
  • wörtliche Rede: Sätze, die in Anführungszeichen stehen und die wörtlichen Äußerungen einer Figur wiedergeben (z.B. “Er sagte: ‘Ich liebe dich.’“)

Sprachliche Mittel

  • Akkumulation: Anhäufung von Wörtern oder Begriffen zu einem Oberbegriff (z.B. “Sonne, Mond und Sterne” für “Himmelskörper”)
  • Alliteration: Wiederholung des Anfangslauts benachbarter Wörter
  • Anapher: Wiederholung eines Wortes oder einer Phrase am Anfang mehrerer Sätze oder Verszeilen
  • Antithese: Gegenüberstellung von gegensätzlichen Begriffen oder Aussagen (z.B. “Himmel und Hölle”, “Krieg und Frieden”)
  • Euphemismus: beschönigte Ausdrucksweise für etwas Unschönes
  • Farbsymbolik: Verwendung von Farben, um bestimmte Stimmungen oder Bedeutungen zu vermitteln (z.B. Rot für Liebe oder Gefahr, Weiß für Reinheit oder Unschuld)
  • Hyperbel: bewusste Übertreibung
  • Ironie: Aussage, die den eigentlichen Sinn entgegensetzt
  • Klimax: stufenartige Steigerung (dramatisierend und für Spannung sorgend)
  • Lautmalerei: Verwendung von Wörtern, die den Klang dessen nachahmen, was sie beschreiben (z.B. “Kuckuck”, “Rauschen”)
  • Metapher: Vergleich ohne “wie”; ein Wort wird in übertragener Bedeutung verwendet
  • Neologismus: Wortneuschöpfung
  • Oxymoron: Verbindung von zwei sich widersprechenden Begriffen (z.B. “bittersüß”, “alter Knabe”)
  • Paradoxon: scheinbar widersprüchliche, aber tatsächlich wahre Aussage (z.B. “Weniger ist mehr”)
  • Parallelismus: Wiederholung gleicher Satzstrukturen in aufeinanderfolgenden Sätzen
  • Personifikation: Verleihung menschlicher Eigenschaften an nicht-menschliche Objekte (z.B. “Die Sonne lacht”, “Die Zeit rennt”)
  • rhetorische Frage: Frage, die keine Antwort erwartet, da die Antwort offensichtlich ist, die Frage zur Provokation dient oder zum Nachdenken anregen soll
  • Vergleich: Beziehung zwischen zwei verschiedenen Dingen, die durch Gemeinsamkeiten hervorgehoben werden (z.B. “Stark wie ein Löwe”, “Schneller als der Blitz”)
  • Wiederholung: mehrmalige Verwendung eines Wortes oder einer Phrase

Lyrischer Sprecher

  • lyrisches Ich: Der Sprecher eines lyrischen Textes, der nicht mit dem Autor identisch sein muss; drückt persönliche Gedanken, Gefühle oder Eindrücke aus (z.B. “Ich fühle mich so allein in dieser Welt.”)
  • gestaltlos: Es gibt keinen klar erkennbaren Sprecher; der Text vermittelt allgemeine Aussagen oder Stimmungen ohne eine spezifische Perspektive (z.B. “Die Blumen blühen im Frühling.”)
  • Rollenfigur: Der Sprecher nimmt die Perspektive einer bestimmten Figur ein, die nicht der Autor ist; kann eine fiktive Person oder ein Objekt sein (z.B. erzählt der Baum von seinen Erlebnissen im Wald)

Aufbau

  • Strophen: Abschnitte eines Gedichts, die durch Leerzeilen voneinander getrennt sind; können unterschiedliche Längen und Reimschemata haben
  • Verse: Zeilen eines Gedichts, die oft ein bestimmtes Metrum oder Reimschema aufweisen
  • Reimschema: Muster der Reime in einem Gedicht (siehe unten)
  • Metrum: rhythmisches Muster eines Gedichts, das durch die Abfolge von betonten und unbetonten Silben entsteht (siehe unten)

Reimschema

  • Paarreim: aabb
  • Kreuzreim: abab
  • umarmender Reim: abba
  • dreifache Reimreihe: abcabc
  • Haufenreim: aaabbb
  • Kehrreim: Wiederholung eines Verses oder einer Strophe an bestimmten Stellen im Gedicht
  • Schweifreim: aabccb
  • unreiner Reim: Wörter klingen ähnlich, reimen sich aber nicht vollständig (z.B. “lieben” - “siegen”)

Metrum

  • Jambus: unbetont - betont (xX)
  • Trochäus: betont - unbetont (Xx)
  • Anapäst: unbetont - unbetont - betont (xxX)
  • Daktylus: betont - unbetont - unbetont (Xxx)