Einen epischen Text analysieren

Analysieren der Erzählweise (Form/Sprache)

Sprachliche Gestaltung

Wortwahl

Wortarten
  • Nomen
  • Verben
  • Adjektive
  • Pronomen
Stil
  • einfache Sprache
  • gehobene Sprache
  • Verbalstil (viele Verben, weniger Nomen; wirkt lebendig, leicht verständlich, persönlich; z.B. “Weil es stark regnete, konnten wir nicht spazieren gehen.”)
  • Nominalstil (viele Nomen, wenige Verben; wirkt offiziell, distanziert, trocken; z.B. “Wegen des starken Regens entfiel der Spaziergang.”)

Satzbau

  • Ellipsen: unvollständige Sätze, die dennoch verständlich sind (z.B. “Je früher, desto besser.”)
  • Parataxe: Hauptsätze werden aneinandergereiht (z.B. “Er kam, sah und siegte.”)
  • Hypotaxe: Haupt- und Nebensätze werden miteinander verbunden (z.B. “Nachdem er gekommen war, sah er sich um, bevor er schließlich siegte.”)

Sprachliche Mittel

  • Alliteration: Wiederholung des Anfangslauts benachbarter Wörter
  • Anapher: Wiederholung eines Wortes oder einer Phrase am Anfang mehrerer Sätze oder Verszeilen
  • Euphemismus: beschönigte Ausdrucksweise für etwas Unschönes
  • Hyperbel: bewusste Übertreibung
  • Ironie: Aussage, die den eigentlichen Sinn entgegensetzt
  • Klimax: stufenartige Steigerung (dramatisierend und für Spannung sorgend)
  • Metapher: Vergleich ohne “wie”; ein Wort wird in übertragener Bedeutung verwendet
  • Neologismus: Wortneuschöpfung
  • Oxymoron: Verbindung von zwei sich widersprechenden Begriffen (z.B. “bittersüß”, “alter Knabe”)
  • Paradoxon: scheinbar widersprüchliche, aber tatsächlich wahre Aussage (z.B. “Weniger ist mehr”)
  • Parallelismus: Wiederholung gleicher Satzstrukturen in aufeinanderfolgenden Sätzen
  • Personifikation: Verleihung menschlicher Eigenschaften an nicht-menschliche Objekte (z.B. “Die Sonne lacht”, “Die Zeit rennt”)
  • rhetorische Frage: Frage, die keine Antwort erwartet, da die Antwort offensichtlich ist, die Frage zur Provokation dient oder zum Nachdenken anregen soll
  • Vergleich: Beziehung zwischen zwei verschiedenen Dingen, die durch Gemeinsamkeiten hervorgehoben werden (z.B. “Stark wie ein Löwe”, “Schneller als der Blitz”)
  • Wiederholung: mehrmalige Verwendung eines Wortes oder einer Phrase

Erzähler

  • Ich-Erzähler: Ich-Form; ist auf die eigene Gedanken/Gefühle beschränkt (z.B. “Ich öffnete die Tür und fragte mich, ob mich dort jemand erwartet.”)
  • personaler Erzähler: Er/Sie-Form; ist auf die Gedanken/Gefühle einer Figur beschränkt (z.B. “Er öffnete die Tür und fragte sich, ob ihn dort jemand erwartete.”)
  • auktorialer Erzähler: Er/Sie-Form; allwissend, kennt die Gedanken/Gefühle aller Figuren; kommentiert das Geschehen (z.B. “Als Lukas die Tür öffnete, hoffte er auf Ruhe, während Anna schon ahnte, dass es wieder Streit geben würde.”)
  • neutraler Erzähler: Er/Sie-Form; kennt die Gedanken/Gefühle keiner Figur; berichtet nur das äußerlich Wahrnehmbare (z.B. “Er öffnete die Tür und trat in den Raum.”)

Redefromen

  • direkte Rede: wörtliche Wiedergabe von Äußerungen einer Figur, gekennzeichnet durch Anführungszeichen (z.B. “Er öffnete die Tür und sagte: ‘Ist jemand da?’“)
  • indirekte Rede: Wiedergabe von Äußerungen einer Figur in der Er/Sie-Form, ohne Anführungszeichen (z.B. “Er öffnete die Tür und fragte, ob jemand da sei.”)
  • erlebte Rede: Gedanken einer Figur werden in der Erzählform wiedergegeben, ohne dass sie als direkte Rede gekennzeichnet sind (z.B. “Er öffnete die Tür. Hoffentlich ist niemand da, dachte er.”)
  • innerer Monolog: Gedanken einer Figur werden in der Ich-Form wiedergegeben, ohne dass sie als direkte Rede gekennzeichnet sind (z.B. “Ich öffnete die Tür. Hoffentlich ist niemand da, dachte ich.”)

Zeitverhältnisse

  • Zeitdehnung: Erzählzeit > erzählte Zeit (z.B. detaillierte Beschreibung einer Handlung, die nur wenige Sekunden dauert)
  • Zeitraffung: Erzählzeit < erzählte Zeit (z.B. Zusammenfassung eines ganzen Tages in wenigen Sätzen)
  • Zeitdeckung: Erzählzeit = erzählte Zeit
  • Zeitsprung: plötzlicher Wechsel in der Zeit

Handlungsstruktur

  • einlinig/chronologisch: die Handlung wird in zeitlicher Reihenfolge erzählt, also vom Anfang bis zum Ende ohne große Sprünge
  • Rückblick: die Erzählung springt kurz oder länger in die Vergangenheit zurück, um frühere Ereignisse zu zeigen oder zu erklären
  • Vorausdeutung: die Erzählung gibt Hinweise auf spätere Ereignisse, bevor sie tatsächlich passieren