Verbalstil (viele Verben, weniger Nomen; wirkt lebendig, leicht verständlich, persönlich; z.B. “Weil es stark regnete, konnten wir nicht spazieren gehen.”)
Nominalstil (viele Nomen, wenige Verben; wirkt offiziell, distanziert, trocken; z.B. “Wegen des starken Regens entfiel der Spaziergang.”)
Satzbau
Ellipsen: unvollständige Sätze, die dennoch verständlich sind (z.B. “Je früher, desto besser.”)
Parataxe: Hauptsätze werden aneinandergereiht (z.B. “Er kam, sah und siegte.”)
Hypotaxe: Haupt- und Nebensätze werden miteinander verbunden (z.B. “Nachdem er gekommen war, sah er sich um, bevor er schließlich siegte.”)
Sprachliche Mittel
Alliteration: Wiederholung des Anfangslauts benachbarter Wörter
Anapher: Wiederholung eines Wortes oder einer Phrase am Anfang mehrerer Sätze oder Verszeilen
Euphemismus: beschönigte Ausdrucksweise für etwas Unschönes
Hyperbel: bewusste Übertreibung
Ironie: Aussage, die den eigentlichen Sinn entgegensetzt
Klimax: stufenartige Steigerung (dramatisierend und für Spannung sorgend)
Metapher: Vergleich ohne “wie”; ein Wort wird in übertragener Bedeutung verwendet
Neologismus: Wortneuschöpfung
Oxymoron: Verbindung von zwei sich widersprechenden Begriffen (z.B. “bittersüß”, “alter Knabe”)
Paradoxon: scheinbar widersprüchliche, aber tatsächlich wahre Aussage (z.B. “Weniger ist mehr”)
Parallelismus: Wiederholung gleicher Satzstrukturen in aufeinanderfolgenden Sätzen
Personifikation: Verleihung menschlicher Eigenschaften an nicht-menschliche Objekte (z.B. “Die Sonne lacht”, “Die Zeit rennt”)
rhetorische Frage: Frage, die keine Antwort erwartet, da die Antwort offensichtlich ist, die Frage zur Provokation dient oder zum Nachdenken anregen soll
Vergleich: Beziehung zwischen zwei verschiedenen Dingen, die durch Gemeinsamkeiten hervorgehoben werden (z.B. “Stark wie ein Löwe”, “Schneller als der Blitz”)
Wiederholung: mehrmalige Verwendung eines Wortes oder einer Phrase
…
Erzähler
Ich-Erzähler: Ich-Form; ist auf die eigene Gedanken/Gefühle beschränkt (z.B. “Ich öffnete die Tür und fragte mich, ob mich dort jemand erwartet.”)
personaler Erzähler: Er/Sie-Form; ist auf die Gedanken/Gefühle einer Figur beschränkt (z.B. “Er öffnete die Tür und fragte sich, ob ihn dort jemand erwartete.”)
auktorialer Erzähler: Er/Sie-Form; allwissend, kennt die Gedanken/Gefühle aller Figuren; kommentiert das Geschehen (z.B. “Als Lukas die Tür öffnete, hoffte er auf Ruhe, während Anna schon ahnte, dass es wieder Streit geben würde.”)
neutraler Erzähler: Er/Sie-Form; kennt die Gedanken/Gefühle keiner Figur; berichtet nur das äußerlich Wahrnehmbare (z.B. “Er öffnete die Tür und trat in den Raum.”)
Redefromen
direkte Rede: wörtliche Wiedergabe von Äußerungen einer Figur, gekennzeichnet durch Anführungszeichen (z.B. “Er öffnete die Tür und sagte: ‘Ist jemand da?’“)
indirekte Rede: Wiedergabe von Äußerungen einer Figur in der Er/Sie-Form, ohne Anführungszeichen (z.B. “Er öffnete die Tür und fragte, ob jemand da sei.”)
erlebte Rede: Gedanken einer Figur werden in der Erzählform wiedergegeben, ohne dass sie als direkte Rede gekennzeichnet sind (z.B. “Er öffnete die Tür. Hoffentlich ist niemand da, dachte er.”)
innerer Monolog: Gedanken einer Figur werden in der Ich-Form wiedergegeben, ohne dass sie als direkte Rede gekennzeichnet sind (z.B. “Ich öffnete die Tür. Hoffentlich ist niemand da, dachte ich.”)
…
Zeitverhältnisse
Zeitdehnung: Erzählzeit > erzählte Zeit (z.B. detaillierte Beschreibung einer Handlung, die nur wenige Sekunden dauert)
Zeitraffung: Erzählzeit < erzählte Zeit (z.B. Zusammenfassung eines ganzen Tages in wenigen Sätzen)
Zeitdeckung: Erzählzeit = erzählte Zeit
Zeitsprung: plötzlicher Wechsel in der Zeit
Handlungsstruktur
einlinig/chronologisch: die Handlung wird in zeitlicher Reihenfolge erzählt, also vom Anfang bis zum Ende ohne große Sprünge
Rückblick: die Erzählung springt kurz oder länger in die Vergangenheit zurück, um frühere Ereignisse zu zeigen oder zu erklären
Vorausdeutung: die Erzählung gibt Hinweise auf spätere Ereignisse, bevor sie tatsächlich passieren